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Geneve et autour
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Geneve et autour

Die Ampelschaltung in Genf bringt alles zum Stehen. Noch selten hab ich so unkoordinierte unmotivierte Ampelphasen erlebt. Da gibt es die Knöpfe bei Fußgängerampeln auf die man drücken muss, hat man aber gedrückt, passiert minutenlang nichts. Da stehen verzweifelte Fußgänger und blicken auf stehende verzweifelte Autofahrer und alle fragen sich, warum sich denn jetzt eigentlich niemand bewegen darf. Grüne Welle heißt hier höchstens eine Öko-Bewegung oder ein Alternativer Schlager-Radiosender - die Freischaltung, die Autofahrer dazu bringen soll eine zeitlang auch tatsächlich zu fahren, gibt es hier nicht. Ich habe mir hier bereits Stunden meiner Lebenszeit an Kreuzungen die Beine vertreten um dann erst wieder bei Rot über die Strasse zu gehen. Habe mittlerweile schon den Weg ins Büro gefunden an dem ich die wenigsten Ampelkreuzungen überwinden muss, ja , man beginnt hier auch als Fußgänger auf so etwas zu achten. Wenn man das Auto stehen lässt, hat man also keine annehmbaren Alternativen. Zu Hause zu bleiben vielleicht.

Update: Gestern am Abend war eine, und heute Früh eine andere meiner absoluten Lieblingskreuzungen, Bauarbeiten und den Blitzen zum Opfer gefallen und funktionierten nicht. Und siehe da, der Verkehr funktionierte trotzdem. Kein Verkehrspolizist, einfach etwas vorsichtigere Autofahrer und Fußgänger, ein harmonischer Ablauf aus Bewegen und bewegen lassen. So wie in Drachten in den Niederlanden, dem Ort ohne Verkehrszeichen. Dass das Zukunft hat, zeigt das Projekt Shared Space.

Als kleines Kind hoffte ich jedes mal, wenn ich vom langen Sommerurlaub im Ausland zurückkam, dass ich mich nicht mehr an Wien erinnern kann. Erinnern im Sinne des Wiederekennens. Ich wünschte mir, alles so zu sehen, als wäre es das erste Mal. Die Ringstrasse entlang zu fahren und sich zu denken, oh was für schöne Gebäude, nach Hause zu kommen, in ein zu Hause, dass man zum ersten Mal bezieht.
Natürlich erkannte ich alles wieder. Ich war auch nicht wirklich enttäuscht. Vielleicht etwas ernüchtert, weil das Abenteuer vorbei war und der Alltag wieder einsetzte. So fühl ich mich auch heute noch. Heim kommen bedeuted immer auch wieder gewohnte Strukturen, bekannte Abläufe. Ein Ende eben von Abenteuer oder Aufbruch. Es können diese Dinge aber wiederrum nur existieren, wenn es so etwas wie Heimkommen gibt. Denn von wo aus sollte man sonst aufbrechen?

Und man kann sich ja nur wünschen etwas nicht zu kennen und neu zu entdecken, wenn man weiß, dass das was es zu entdecken gibt gut und schön ist.

o-ton frau spumante, die Zweite: ich weiß nicht, ob man mit meiner Mistschrift etwas anfangen kann...

o-ton frau spumante: Aber nach Basel fliegen ja wenigstens Züge
Naja, das Bahnsystem der Schweiz ist gut, sehr gut (und teuer) aber noch nicht sooo gut...

müde. müde zu fühlen. müde zu hoffen. müde zu denken. müde zu erklären. zu müde aber auch um zu beenden. um auszuteilen, was gerechtfertigt wäre. zu müde um aufzustehen und zu schreien, nicht mit mir, nicht noch einmal mit mir, nie wieder mit mir. ein wissen, dass ich es wert bin, aber keine ahnung wie ich es klar machen soll, denen die ich gar nicht liebe, aber dafür nicht vergessen kann, dass sie auch mich nicht liebten, nicht einmal wert schätzten. die grenze die ich selbst immer wieder überschreite nicht kennend, immer wieder den schritt zu weit gehend, in mein herz getreten sind, in meine seele. angst davor, dass der schmerz irgendwann gar nicht mehr bemerkt wird, wenn er konstant wird, sich nicht mehr unterscheidet vom nichts fühlen. der wunsch, all dies ablegen zu können, wie ein zu heisses kleidungsstück, und sich wieder so zu fühlen wie man war. ursprünglich. bevor man das alles zugelassen hat, immer und immmer wieder.

In Basel:
trottoir
Typisch Schweiz. Bei uns wär der Gehsteig einfach zu Ende...

Ganz ehrlich: Genf ist architektonisch nicht besonders wertvoll. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, Genf ist nicht besonders schön.

Es hat den See und viel Grünzeug und die Natur rundherum. Das ist herrlich. Für diese Naturschönheiten ist die Schweiz ja bekannt, hat aber eigentlich nicht viel dafür getan. Genf hat einen niedlichen kleinen Altstadtteil. Wie fast jede Schweizer Kleinstadt. Lieb würd ich dazu sagen, oder hübsch. Aber insgesamt, sind die Häuser ideenlos, schmucklos, unaufregend, fad, ja sogar hässlich. Die Schweiz hat nicht die Ausrede, dass ihre Prunkbauten im Krieg niedergebombt wurden. Die Schweiz hat nicht die Ausrede, dass sie kein Geld für besondere Architektur hätte. Die Schweiz hat meines Erachtens schlichtweg keine Ausrede für architektonische Grausamkeiten und gesichtlose Bauten.

So hat zum Beispiel den Wettbewerb für den Bau des "Palais de Nations" ex aequo Le Corbusier mit einem spektakulären modernen Projekt gewonnen. Entschieden haben sich die konservativen Schweizer für den Bau im historistischen Stil (offiziell wegen irgendwelcher Formgründe). Nix innovativ, nix modern.

Ein bißchen erinnert mich jetzt auch der Streit um eine neues Kongresszentrum in Zürich an die Geschichte.

Nun ja wegen der Architektur muss man also nicht hierher kommen. Aber wie sagte u. "Was bitte erwartest Du Dir von einer Stadt die eine Wasserfontäne zu ihrem Wahrzeichen macht?"

"Vous êtes canadienne?" "No? Parce que vous parlez avec un accent canadien"
Und ich werde nie erfahren, ob ich mit dem Akzent einer französisch stämmigen Kanadierin spreche oder dem einer englisch sprachigen...

Der österreichische politische Song ist tot. Im kommerziellen Bereich zumindest, er schafft es, nach meinem Erkenntnisstand, zumindest nicht in die Charts. Vielleicht hat er gar nie gelebt. Aber ich erinnere mich da an EAV Songs die durchaus kritisch, wenn auch ulkig waren. Das eine schließt das andere nicht unbedingt aus. Vielleicht liegt es auch daran, dass der österreichische Song im Allgemeinen tot ist. Aber das stimmt ja nicht – schließlich haben „wir“ einen Echo gewonnen, mit unserem Ö Export und bemüht sich der öffentliche Rundfunk seit nunmehr Jahren (!) um die österreichische POP Kultur. Kritische Künstler gehören aber wohl nicht mit zum Bildungsauftrag.

Nun darf ich nicht ungerecht sein – schließlich ist Christina Stürmers Song „Mama“ ein Antikriegslied, oder so (ähm, kann es ein, dass der Song zum Muttertag oder zu Weihnachten raus kam?!) und man könnte natürlich annehmen, dass ihr Song „Bitte geh nicht wenn du kommst“ Jörg – ich bin weg, bin schon wieder da - Haider gewidmet ist, nur diese gemeine Unterstellung liegt mir jetzt wirklich fern.

Hier höre ich französisches Radio – und hier sind Nationalhymnen allgegenwärtig, wenn sie auch manchmal sehr dick auftragen, sie regen doch zum Denken an. Da ist auf Platz 19 der Hitparade "Ma France a Moi". Ja und da ist Faudel, in einem Pariser Vorort geborener Sänger, algerischer Abstammmung, befreundet mit Sarkozy, der singt ein Lied über „Mon pays“ Frankreich. Gut, in Frankreich war Wahl, aber bei uns doch auch, vor nicht allzu langer Zeit?! Und da ist ja auch MC Solaar der auch zu nicht Wahlkampfzeiten politisch rapt und über die Grenzen hinaus bekannt wurde.

Ich verlange keinen österreichischen Billy Bragg, aber wenigstens hin und wieder ein bisschen Aufarbeitung, ein bisschen Positionierung, ein bisschen Stellungnahme. Aber das widerspricht wohl der politischen Kultur in Österreich allgemein.

Das politische Lied ist tot, es lebe das politische Lied!

Überall wird Internationalität gepredigt, gefordert, gepriesen. Und ja, sie ist auch wichtig, wenn man nicht nur durchhetzt sondern mitnimmt Und ja, ich würde jedem nationalen Politiker Auslandsjahre verordnen. Und es ist schön überall Leute zu kennen auf der Welt und verschieden Sprachen zu sprechen und Ansichten zu hören.

Nur sammeln will ich die Leute nicht - einen in dieser Stadt, weil es so cool ist und einen dort, weil in der Region fehlt noch jemand. Nein, das will ich nicht und doch ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich bei Auslandsfreundschaften "großzügiger" bin. Mit Leuten Kontakt halte, die ich in Wien nicht oft treffen würde. Aber hie und da ein Email in die Ferne ist nicht schwer und hie und da ein Besuch - wenn die Stadt cool ist- doch auch nicht. Doch trotz - oder auch wegen - dieser Oberflächlichkeiten hie und da, sind gerade Auslandsfreundschaften oft auch so besonders. Man setzt sich losgelöst von eingeprägten Verhaltensweisen und oft viel intensiver mit Menschen auseinander, man ist neugieriger und offener. Man IST großzügiger.


Zuletzt kam ich mir aber selbst fast schon wie ein Klischee vor, als ich berichtete, dass ich ein Wochenende in Basel verbracht habe um dort Freunde zu besuchen, die ich vor 4 Jahren bei einem Seminar im Tessin kennen gelernt habe und außerdem an dem Wochenende eine englische Freundin und ein deutscher Bekannter, die ich bei meinem Praktikum in Brüssel kennengelernt habe, in der Stadt waren.

Ach ja, und kommendes Wochenende fahre ich nach Brüssel zur Hochzeit meiner ehemaligen amerikanischen Mitbewohnerin mit einem Norweger.

Sonst noch was? Thank god I´m international!

 
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