Beim take away Sushi in der U-Bahn Station ist immer reger Betrieb. Da wird gekauft und gegessen, und da sind die, die ein Geld brauchen, manchmal für Sushi, aber hauptsächlich für den nächsten Schuss. Da macht sich ein gewisses Unbehagen bereit, da will nicht so recht der Appetit aufkommen, da nimmt man das Sushi meist lieber mit, als es dort zu essen. Man hat ja ein gewisses Misstrauen, da wirft man schon gern nervöse Blicke zur Seite, wer denn da so drängt. Der obligatorische Griff zur Tasche - klammernd, beschützend - wenn da jemand zu nahe kommt. So jemand wie der junge Mann, mit dem starren Blick und der blauen Zunge, der von seinem Hund durch die Gegend gezogen wird, auf der Suche nach ein bisschen etwas von vielem. Ruhe vielleicht, Sättigung. Das Mädchen, das gerade das Sushi bestellt wird von ihm angerempelt und blickt erschrocken zurück. Er sagt „Tschuldigung, der Hund hat an´zaht!“ und sie meint darauf nur mit einem Lächeln - und der Schreck weicht aus ihrem Blick, so als hätte sie einen Junkie erwartet und einen Menschen vorgefunden - sowas könne ja schon einmal passieren.