[>>]
icon

 
Wenn es draußen kalt ist und man nicht vor die Tür gehen will, dann nimmt man entweder ein heißes Bad, hört gemütlich entspannte Musik oder holt sich die Hitze im Club, lässt sich von dem Beat den Schweiß auf den Körper treiben.

Für diese Art von Winter hat Roisin ihr neues Album geschrieben. Zwischendurch sind da zwar noch Lieder bei denen man auch die Herbstblätter fallen sehen kann, voller Melancholie oder aber klarer starker Gefühle, dominiert wird die neue CD aber von dem Gefühl nicht nach Hause gehen zu wollen und die viel zu langen Winternächte zum Tag zu machen. Roisins zweites Soloalbum ist gelungen. Sie hat, wie ich finde durch die beiden Alben bereits einen eigenen Stil entwickelt, der an Moloko anknüpft, aber nicht Moloko kopiert.

So wie bei Moloko gibt es aber auch bei Roisin ein Publikum, dass sie wegen ihrer schrägen, durchgeknallten Art liebt, ihren Experimenten und andere, die sie vor allem als die Dancing Queen, als Party Entertainerin sehen. Natürlich geht das auch zusammen, aber es führt auch dazu, dass sich bei manchen Songs immer die eine oder die andere Gruppe benachteiligt fühlen wird. Zu gefällig, mögen da die einen sagen, schreiend und nicht hörbar, die anderen. Die Tendenz der beiden Solo-Alben geht sicher von eher ungewöhnlich zu eher gefällig, aber wie auch schon bei Moloko, werden da keine Schubladen geöffnet, vollgepackt und ein für alle mal verschlossen. Zu beweglich ist diese kraftvolle Frau und zu echt in ihren Emotionen zwischen Partyqueen und Exzentrischem Star. Der Sound bleibt groovig, durch ihre Stimme aber schräg und zart und vor allem echt.

Um nur einzelne Songs raus zu greifen: „Let me know“ prophezeie ich, rauf und runter gespielt zu werden, “You know me better” lässt Reminiszenzen an „Papa was a rolling stone“ aufleben, „Movie Star“ – schräg, irgendwie witzig. „Foot prints“ würde ich auf einer Dance List vor oder nach „Ring my Bell“ spielen – ist vielleicht keine Highlight, aber warum nicht. Die „langsameren“ Songs „Dear Miami“, „Primitive“ und „Scarlette Ribbons“ sind einfach nur wunderschön. Lediglich „Checking on me“, finde ich ein wenig anstrengend und vernachlässigbar.

Endlich ein Album das man nicht ewig hören muss um Zugang zu finden und das trotzdem verspricht öfter gehört werden zu können, ohne es satt zu haben und spannend genug, doch noch was entdecken zu können.

Neben dem Album auch sehr hörenswert sind die B-Seiten der beiden Singleauskoppelungen insbes. „Sweet Nothing“.

Aber ich gebe zu, ich bin ein Fan! Ich schlage einfach vor, es auch zu werden…
 
resident of twoday.net
powered by Antville powered by Helma
AGBs xml version of this page